1919
Anteil 1930Die Vorgeschichte unseres Vereins steht im engsten Zusammenhang mit der Entwicklung der Arbeitersportbewegung, die sich gegen Ende des vorigen Jahrhunderts von den überwiegend nationalistisch eingestellten bürgerlichen Kultur- und Sportvereinen abzusetzen versuchte. Gegründet wurde der Verein nach Ende des Ersten Weltkriegs am 19. Mai von heimgekehrten Kriegsteilnehmern und Mitgliedern der Schwimmvereine „Aegir“ und des „Freien Wassersport-Vereins Hannover-Linden“. Es waren 19 Erwachsenen und 5 Jugendliche, die sich zu diesem Schritt entschlossen. Unter Ihnen auch unser jetziges Ehrenmitglied Otto Barche. Ende des Jahres hatte der Verein dann bereits 128 Mitglieder. Diese neu gegründete Sportgemeinschaft erhielt zunächst den „Freier Wassersport“. Die Übungsstunden fanden bis 1920 in der Schröderschen-, ab 1921 dann in der Schraderschen Flußbadeanstalt an der Ihme statt.

1920
Badeanstalt an der IhmePlanung eines vereinseigenen Bades, da der Verein über ein Familienbad verfügen will. Denn noch immer ist eine Trennung nach Geschlechtern während der Schwimmzeiten die übliche Praxis in den hannoverschen Bädern. Ein geeigneter Standort (zwischen dem HSV-Bad und der Schröderschen Badeanstalt an der Ihme, ganz an der Nähe des Schützenplatzes) wurde rasch gefunden, aber es gab Finanzierungsprobleme. Und so muss man auf das Angebot der „Hannoverschen Waggon-Fabrik“ eingehen, wonach das Unternehmen bereit ist, einen Kredit zu gewähren. Allerdings besteht die Firma als Gegenleistung darauf, dass eine Namensänderung erfolgt. Fortan heißt also unser Verein in Anlehnung an den Namen des Unternehmens „Schwimmvereinigung HaWa“.

1921
Baubeginn an der Ihme. Auch die Mitglieder beteiligen sich an den Erdarbeiten in erheblichen Maße. Nach Feierabend wird kräftig „angepackt“. Am 17. Juni wird dann das „Ohe-Bad“ (so der offizielle Name“ mit einem Schwimmfest eingeweiht.

1922
Der Verein erlebt einen erheblichen Aufschwung, so werden beispielsweise 400 neue Mitglieder gewonnen. Ein Schwerpunkt ist die Nichtschimmer-Ausbildung, da das Schwimmbad auch für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

1923
Als Folge der Währungsreform und dem damit verbundenen Ende der Inflation kann unser Verein seine Schulden abbauen. Und das wiederum ist die günstige Gelegenheit, den vereinsintern immer umstrittenen Namen wieder zu ändern. Der Verein heißt dann „Freie Schwimmer Hannover von 1919“. In den nachfolgenden Jahren ist ein starker Mitgliederzuwachs aus den Stadtteilen Hainholz, Vinnhorst und Vahrenwald zu verzeichnen. Und so sehen sich die Vereinsverantwortlichen veranlasst, ein zweites Freibad im Norden Hannovers zu bauen. Am Mittellandkanal in der Nähe des Gemeindebades Vinnhorst wird ein Gelände gepachtet.

1924
Die Wasserball-Herrenmannschaft wird Nordwestdeutscher Meister und nimmt an den Endspielen zur Deutschen Meisterschaft in Leipzig teil. Im „Ohe-Bad“ gibt es erhebliche Probleme. Bei Sucharbeiten im Zusammenhang mit der sogenannten Haarmann-Affäre versucht man, das Bett der Ihme frei zu machen. Dabei verliert die Uferböschung ihren Halt, rutscht in die Ihme hinein und reißt den 65 Meter langen Uferlaufsteg mit ins Wasser. Dementsprechende Renovierungsarbeiten werden fällig. Hierbei werden auch wieder die Mitglieder aktiv. Die sind in diesen Jahren überhaupt sehr gefordert, denn wegen der Hochwassergefährdung im oberen Ihmebogen müssen die Außenaufbauten jeweils im September abgebaut und im Frühjahr wieder aufgebaut werden.

1929
Der sportliche Aufschwung hält an. Bei den „Bundesmeisterschaften“ in Nürnberg gewinnt die männliche FSH-Jugend die 4 x 100 Meter Bruststaffel. Die weibliche Jugend belegt bei diesem Wettbewerb den zweiten Platz. Ein neuer Schwerpunkt im Verein ist die Ausbildung von Rettungsschwimmern.

1930
Eröffnung des neuen FSH-Bades in Vinnhorst am Kanal. Errichtet wird eine Startbrücke mit einer 100- Meter-Schwimmbahn sowie ein Sprungturm. Auch ein Klubhaus entsteht auf diesem Gelände. Das seit Jahren geplante Vereinsheim im „Ohe-Bad“ wird gebaut und im Juli eingeweiht.

1933
Das Ende der Demokratie und die rasche Errichtung der nationalsozialistischen Diktatur hat auch bald für unseren Verein Konsequenzen. Nach den März-Wahlen wird nämlich gegen die Vereine, die zur Arbeitersportbewegung gehörten, vorgegangen. So werden die „Freien Schwimmer“ durch ein Schreiben des städtischen Sportamtes aufgefordert, ihre beiden Schwimmstädte zu schließen und am 8. Juni soll anhand von lückenlosen Inventurlisten das gesamte Eigentum übergeben werden. Sowohl im „Ohe-Bad“ als auch im Vinnhorster Bad tauchen zu diesem Termin SA-Leute auf, um der Gewaltaktion Nachdruck zu verleihen. Dabei kommt es im „Ohe-Bad“ um ein Haar zu einer handfesten Konfrontation mit empörten Vereinsmitgliedern. In der Realität sieht es nun so aus, dass die „Freien Schwimmer“ als Verein nicht mehr existieren. Geschädigt werden auch viele Mitglieder, die den Freien Schwimmern ein Darlehen gegeben hatten, teilweise bis zu 300,- RM (ein für damalige Verhältnisse nicht unerheblicher Betrag). Zurück bekommen sie nie etwas. Darüber hinaus verlieren die bisherigen ca. 800 Mitglieder ihre beiden Schwimm- und Trainingsstätten. Das „Ohe-Bad“ wird zunächst der NSDAP-Ortsgruppe Linden übergeben und benutzt bis zum Abbruch im Rahmen der Ihme-Begradigung. Eine Wiedergutmachung für das verlorenen Vereinsvermögen auf diesem Gelände wird später vergeblich gefordert. Das Klubheim im Vinnhortser Bad brennt kurz nach der gewaltsamen Übernahme aus - offenbar Folge einer Brandstiftung. Der bzw. Die Täter werden offiziel nie ermittelt.

1945
Unmittelbar nach Kriegsende löst die britische Militärregierung des „NS-Reichsbund für Leibesübungen“ auf und die alten Vereine mussten sich zu Vereinsbünden zusammenschließen. Und so gründen ehemalige FSH-Mitglieder die Abteilung „Freie Schwimmer“ in der „Volkssportlichen Vereinigung Hannover-Hainholz“. Als vorläufige Schwimmstätte dient das (Eisenbahner-)Werksbad in Leinhausen. Alsbald kommt jedoch der Wunsch in Vereinskreisen auf, wieder über ein eigenes Vereinsbad zu verfügen.

1948
BauarbeitenFür die aktiven Schwimmer der „Freien Schwimmer Hannover“ gibt es eine neuen Übungsstätte: das Freibad an der Goseriede wird ihnen zur Verfügung gestellt.

1949
Das Vorhaben, ein eigenes Bad zu bauen, wird in die Realität umgesetzt. Es beginnt, gestützt auf das starke Engagement einiger Vereinsmitglieder, der Bau eines Bades an der Helmkestraße in Hainholz.

1950
Am 18. Juni wird das Volksbad Hainholz mit einem Schwimmbecken von 50 x 15m in Betrieb genommen. Bei der Einweihung der neuen Anlage sind immerhin 300 Besucher zu Gast.

1951
Der geplante Ausbau wird durch die Stadtverwaltung nicht genehmigt, da die Stadt Hannover den Bau von Bezirkssportanlagen favorisierte. Als Standort einer entsprechenden Anlage legte man sich auf den Acker hinter der damaligen Volksschule Voltmerstraße fest.

1952
Im Mai wird mit dem Bau des jetzigen „Hainhölzer Bades“ begonnen. 750m Umzäunung, sämtliche Erdarbeiten für das große Sprung- und Schwimmbecken, Gräben für die Versorgungsleitungen von der Bömelburgstraße zum Bad und im Bad sowie der Bau des ersten Abschnitts des Klubheims und der Freiterasse - alles wird in ehrenamtlicher Arbeit durch die Mitglieder des Vereins in ihrer Freizeit geleistet. Ebenso die Installation der Leitern am Schwimmbecken und am Sprungturm sowie der Schutzgeländer am Nichtschwimmerbecken. Dieser Einsatz ist aus heutiger Sicht noch höher zu bewerten, wenn man bedenkt, dass es damals noch eine 48-Stunden-Woche gab und der Sonnabend als Arbeitstag die Regel war.

1953
Eröffnung des BadesEröffnung des „Hainhölzer Bades“ am 27. Juni.

1959
Am 31. Januar erfolgt die Trennung vom VfV Hainholz. Die Mitgliederzahl (ca. 800) steigt wieder auf das Vorkriegsniveau.

1961
Inbetriebnahme einer modernen Wasserumwälz- und Reinigungsanlage.

1966
Die Stadt Hannover übernimmt auf Wunsch der „Freien Schwimmer“ die Verwaltung des Hainhölzer Bades. Allerdings gab es innerhalb des Vereins darüber eine heftige Diskussion. Viele Mitglieder wollten „Herr im eigenen Haus“ bleiben, beugten sich aber schließlich den Sachargumenten. In den nachfolgenden Jahren wurde eine Modernisierung des Bades durchgeführt (u.a. Errichtung einer Flutlichtanlage, Umwandlung in ein beheizbares Bad mit konstanter Wassertemperatur).

1991
Die Wasserball-B-Jugend der Freien Schwimmer Hannover gewinnt ungeschlagen die Deutsche Meisterschaft. Die 1. Wasserball-Herrenmannschaft steigt in die Regionalliga Nord auf, muss die Spielklasse jedoch nach einem Jahr Zugehörigkeit wieder in Richtung Oberliga verlassen.

1994
Hainhölzer BadDer Verein übernimmt in Absprache mit der Stadt Hannover wieder die Verwaltung des „Hainhölzer Bades“. Ein Schwerpunkt bildet seither die Renovierung des Vereinsheims.

1999
Die 1. Wasserball-Herrenmannschaft der Freien Schwimmer wird als Aufsteiger in die Regionalliga auf Anhieb Nord-Vizemeister und nimmt am Qualifikationsturnier zur 2. Wasserball-Bundesliga teil. Darüber hinaus gewinnt sie erstmalig den Nordpokal.

2000
Die 1. Wasserball-Herrenmannschaft der Freien Schwimmer gewinnt zum zweiten Mal den Nordpokal. Die 2. Wasserball-Herrenmannschaft wird Verbandsligameister und steigt in die Oberliga Niedersachsen auf.

2001
Im Hainhölzer Bad werden größere Sanierungsarbeiten durchgeführt. Unter anderem erhält das Bad eine neue Kesselanlage. Die 1. Wasserball-Herrenmannschaft der Freien Schwimmer Hannover erringt unter ihrem Trainer Josef Kulinak zum ersten Mal die Norddeutsche Meisterschaft. Darüber hinaus gewinnt sie zum dritten Mal in Folge den Norddeutschen Pokal

2002
Saisoneröffnung mit dem Oberbürgermeister Herbert SchmalstiegZum ersten Mal in der über achtzigjährigen Geschichte der Freien Schwimmer leitet eine Frau hauptverantwortlich die Geschicke des Vereins. In der Mitgliederversammlung am 25.01. wird Hannelore Rau einstimmig zur ersten Vorsitzenden gewählt. Die 1. Wasserball-Herrenmannschaft verteidigt den im Vorjahr gewonnen Titel des Norddeutschen Meisters und holt zum vierten Mal in Folge den Norddeutschen-Wasserballpokal.

2003
Die erste Wasserball-Herrenmannschaft gewinnt ihre dritte Nordmeisterschaft und ihren fünften Nordpokaltitel in Folge. Beim Aufstiegsturnier in Werne schafft das Team von Erfolgstrainer Kulinyak den Aufstieg in die zweite Wasserball-Bundesliga.